Ein Container als Zuhause

Containerprojekt Hamburg

Ein Containerdorf mitten in Hamburg. Hier finden zehn obdachlose Frauen ein Zuhause. Ein einmaliges Projekt, denn die Hamburger Caritas und Studierende  der dortige Hochschule helfen den Frauen dabei, ihr Leben neu zu sortieren.

„Ohne das Containerprojekt wäre ich obdachlos“, sagt Sandra Kern, die eigentlich anders heißt. Sie ist eine von zehn Bewohnerinnen die einen Container in der Hamburger City bewohnt. In Städten wie Hamburg ist die Wohnungsnot ein großes Thema. Vermieter können sich darüber freuen, wenn sie haben aufgrund erhöhter Nachfrage unzählige Optionen bei der Mieterauswahl. Menschen wie Sandra Kern haben es dabei sehr schwer. Menschen der sogenannten Mittelschicht und Menschen, die Sozialleistungen bekommen, konkurrieren um die gleichen Wohnungen. Bewerberinnen und Bewerber, die über kein oder ein geringes Arbeitseinkommen verfügen, haben dabei auf dem freien Wohnungsmarkt nahezu keine Chance. Hinzu kommt, dass auch städtische Vermieter immer wählerischer werden und oftmals nach bestimmten Kriterien wie ALG II Bezug oder Schulden aussortieren. Eine Wohnungsvergabe nach sozialen oder sogar ethischen Kriterien ist hier nicht das Ziel.

Von der Straße in den Container

Menschen, die schon lange auf der Straße leben und denen man die Spuren des Alltages ansieht, haben es bei der Wohnungssuche ganz besonders schwer. Kein geregeltes Einkommen, eine negative Schufa, aber vor allem Vorurteile führen dazu, dass sie als Mieter nicht willkommen sind. Ein Kooperationsprojekt der Hamburger Caritas mit der dortigen Hochschule für angewandte Wissenschaften bietet konkrete Hilfe für Frauen, die ohne Wohnung sind. Zehn Obdachlose können einen kleinen Container  bewohnen, mit Bett, Schrank, Tisch und Stuhl. Zwar bescheiden - aber: Sie haben einen Raum für sich – ein wahrer Luxus – denn Einzelunterbringung gibt es so gut wie nie. Parallel erhalten sie Beratung und Hilfe durch Studierende.

Die Frauen können zur Ruhe kommen

„Das Containerprojekt ist ein gelungenes Beispiel dafür, wie sich Studierende sozial engagieren können“, findet Caritas-Mitarbeiter Julien Thiele. Die Frauen haben die Möglichkeit, erst einmal im gesicherten Rahmen zur Ruhe zu kommen. So können sie sich von dem Leben auf der Straße erholen. Dies ist eine wesentliche Voraussetzung, um ihre Situation neu zu sortieren. "Ich bin sehr dankbar, dass ich hier sein kann." sagt Sandra Kern. Ohne das Projekt und den Einsatz der Studierenden würde sie auf der Straße leben. Hier haben die Frauen Zeit zu überlegen, was sie wollen und welche realistischen Ziele sie haben. Die Studierenden motivieren und begleiten sie auf Wunsch zu Behörden, Einrichtungen oder zum Arzt. Sie helfen, den ersten Kontakt zu finden: Gemeinsames Kochen, Frühstücken und andere  Aktivitäten tragen dazu bei, dass die Frauen wieder am Leben in der Gemeinschaft teilhaben können.

Die erste Chance auf eine Wohnung

„Für mich war das ein guter Ort, um einige Zeit wohnen zu können“, erzählt Elke Rand, eine ehemalige Bewohnerin (Name geändert). „Ich komme aus Osteuropa und hatte hier keine Chance auf eine Wohnung, weil ich keine Arbeit hatte.“ Während sie im Container lebte, konnte sie sich eine Arbeit suchen. „Nach einiger Zeit und vielen Rückschlägen bei der Suche nach einer Wohnung habe ich eine gefunden und konnte dort einziehen.“ Ihr Container ist jetzt wieder frei, für eine andere Frau, die dort Unterstützung und vorübergehend ein Zuhause bekommen kann.


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